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| Ostrasse | Westrasse |
| Testudo hermanni boettgeri vormals T.h.hermanni Verbreitungsgebiet: Griechenland Jugoslawien Albanien Bulgarien Rumänien (südl. Balkanhalbinsel) |
Testudo hermanni hermanni vormals T.h.robertmertensi Verbreitungsgebiet: SO-Spanien Südfrankreich Balearen Korsika Sardinien Italien Sizilien |


Kleiner als T.h.b. nicht größer als 20 cm
Ostrasse 25-30 cm
In der Natur kommen sogar Tiere bis 4 kg vor
Auf dem Plastron (Bauchpanzer) zwei schwarze Streifen (keine Flecken)
Die Schenkelschilder sind größer als die Armschilder
und die Bauchpanzernaht zwischen den Schenkelschilder ist länger
als bei den Armschildern
Das 5. Wirbelschild hat eine Schlüssellochzeichnung (nicht immer)
Der gelbe Wangenfleck hat keine Bedeutung, denn es gibt auch boettgeri damit,
und hermanni hermanni ohne.
Beide Unterarten sind anmeldepflichtig bei der zuständigen Naturschutzbehörde.
In den achtziger Jahren trat das Washingtoner Artenschutzabkommen, und Mitte der achtziger Jahre die Bundesartenschutzverordnung in Kraft.
Die griechische Landschildkröte ist im WA Anhang II aufgelistet, d.h. da die Tiere vom Aussterben bedroht sind, bestand nunmehr ein Halte- und Besitzverbot und
ein Vermarktungsverbot, außer man besaß eine Ausnahmegenehmigung, und diese fand Ausdruck in der Citesbescheinigung
Ein Altbestand, der vor 1980 im Besitz war, wurde nur meldepflichtig, außer bei Weitergabe der Tiere, hier musste eine Citesbescheinigung beantragt werden mit
einer Vermarktungsgenehmigung. Nachzuchten waren ansonsten papierpflichtig, und eine Vermarktung musste beantragt werden.
Nun ist seit 1997 die Griechische Landschildkröte in der Europäischen Union (Artenschutzverordnung 338/97) mehr geschützt als im WA, weil diese Tiere in der
Union vorkommen.
Die Tiere sind in der Europ.Artenschutzverordnung Anhang A aufgeführt. Das bedeutet höchster Schutzstatus.
1. Meldepflichtig
2. Papierpflichtig
3. Kennzeichnungspflichtig
Die Nachzuchten bekommen nun ein EU-Papier = Züchterbescheinigung. Ohne diese dürfen die Tiere nicht weitergegeben werden. Innerhalb der EU ist die Z. wie
Cites zu bewerten. Eine extra Vermarktungsgenehmigung ist nicht mehr erforderlich. Vermarktung ist auch verschenken und tauschen. Die Tiere sind
kennzeichnungspflichtig.
Meine Tiere stammen von einem bekannten deutschen Züchter. Ihre Heimat ist Süditalien ganz genau Apulien. Es ist also die Westrasse. Mein größtes Weibchen
ist 15 cm. Mein größtes Männchen hat 13 cm Stockmaß
Männchen
längerer dickerer Schwanz
Nach innen gewölbter Bauchpanzer
Kloakenspalt weiter vom Bauchpanzer entfernt
Afterschilde mehr waagerecht
Schwanzschild gewölbt
Die Männchen sind von oben betrachtet hinten etwas breiter,
wegen besserem Halt beim Aufsteigen
Weibchen
Kurzer Schwanz
Glatter Bauchpanzer
Kloakenspalt näher am Bauchpanzer
Afterschilde mehr rund (trifft nicht immer zu)
Schwanzschild gerade nach unten
(siehe voriges Bild)
Hier möchte ich auf das Gutachten über die Mindestanforderung an die Haltung von Reptilien vom 10. Jan. 1997 aufmerksam machen. Darin sind folgende
Anforderungen für die Griechische Landschildkröte gestellt:
Für die Größe des Terrariums ist folgendes vorgegeben:
Für 1 Paar Schildkröten 8x die Panzerlänge des größten Tieres ist die Länge des Terra.und die Breite ist die Hälfte der Länge.
Z.B. das größte Tier ist 15 cm lang, dann beträgt die Länge des Terra. 15cm x 8 = 1,20m
Die Breite ist d. ½ d. Lg. = 0,60 m
Grundfläche ist dann 0,72 qm
Für das 3.u.4. Tier kommen je 10 % der Grundfläche dazu = 0,144 qm
Ab dem 5. Tier kommen je 20 % d,Gr,fl.dazu = 0,144 qm
Das sind insgesamt 1.045 qm für 5 Tiere
Dann ist Gruppenhaltung empfohlen und eine Strahlungswärme (unter d. Heizungslampe) von 45 Grad
Ich halte meine Tiere (2,3) überwiegend in einem Terrarium, weil einfach die Temperaturen und die schönen Schildkrötentage wie in ihrer Heimat nicht bei uns
gegeben sind. Damit kommt diesem Aufenthaltsort große Bedeutung zu. Die griechische Landschildkröte ist ein sehr lebhaftes Tier, das gerne rennt und klettert,
dementsprechend groß und geräumig sollte der Behälter sein - auch Versteckplätze sollten vorhanden sein, damit alle Tiere Schlafplätze finden und sich auch
mal voreinander verstecken können, z.B. während der Paarungszeit.

Am besten ich stelle Ihnen mein Terrarium vor, das mein Mann mit viel Liebe und Mühe nach meinen Vorstellungen für meine Tiere und mich gebaut hat.
Es ist 2m lang, 0,6m breit und 0,32m hoch, aus Holz mit einer Glasvorderfront. Vergrößert wurde es mit einem ebenfalls aus Glas und Holz bestehenden
Terrarium. Größe 0,75 x 0,60 x 0,32m. Beide haben zusammen eine Grundfläche von 1,66qm. Mein Mann ließ das kleine Terra .vorne an das andere anstoßen, weil
die Glasscheibe des alten nicht mehr ausbaubar war. Außerdem besteht dadurch die Möglichkeit bei Bedarf ein zweites Terrarium zur Verfügung zu haben, falls
man die Tiere mal trennen muss. Die Tiere erreichen dieses andere T. durch eine Übergangstreppe. Damit die Tiere nicht die Behälter verlassen können, hat das
zweite T. einen dachähnlichen Aufbau. Wie schon erwähnt klettern die Schildkröten sehr gerne und nachdem ich sie ein paar mal mit Futter über die Leiter
gelockt habe, sind sie ganz begeistert.
Die Treppe
hat mein Mann aus kunststoffbeschichtetem Blech geformt . Zuerst zugeschnitten, beide Aufgehrampen und das waagrechte Teil aus einem ganzen Stück, dann die
Rampen abgebogen, wo erforderlich eingeschnitten und entsprechende Zwickel eingenietet wurden. Nun wurden die Rampen mit genoppter Folie überzogen und
zusätzlich, ähnlich einer Leiter, noch mit waagrechten Streifen als Kletterhilfe versehen, dann am Terrariumrahmen festgeschraubt, weil die Tiere die Leiter
sonst ständig verschieben und kein Übergang mehr möglich ist. Für diese Art der Ausführung sind Spezialkenntnisse nötig, ich kann mir aber vorstellen,
dass ein geschickter Bastler so eine Rampe auch aus Holz mit kleinen Holzstäbchen als Kletterhilfe hinkriegt.
Beleuchtung und Heizung
Da Reptilien wechselwarme Tiere und von Ihrer Umgebungstemperatur abhängig sind, ist eine Beheizung unverzichtbar. Über eine Zeitschaltuhr wird das T. mit
4x15Watt Repto-San-Neonröhren (enthalten UVB-Anteil, das zur Bildung von Vit.D wichtig ist) beleuchtet. Beheizt wird es mit einem 100 Watt Spotstrahler. Dieser
wird durch einen Thermostat, je nach Jahreszeit unterschiedlicher Temperatur, gesteuert und durch eine Zeitschaltuhr morgens und abends aus- und eingeschaltet.
Der kleinere Teil wird nur im Herbst mit 40 Watt (angeschlossen an Thermostat und Zeitschaltuhr) beheizt. Diese Lampe wird, wenn eine Eiablage ansteht, auf den
Eiablageplatz gerichtet, der genau gegenüber des kleineren Teil ist. Dieser Ablageplatz ist, wegen der Deckung von oben, genau unter der Übergangstreppe und
ist erhöht und ebenfalls über eine Rampe gleicher Bauart zu erreichen. Auf der anderen T.seite ist der mit Zeitungspapier ausgelegte Futterplatz. Er lässt
sich durch einfache Handhabung schnell und daher oft säubern. Hier steht auch eine Wasserschüssel , aufgeklebt auf eine Fliese um ein Umwerfen
auszuschließen. Des weiteren sind Futterklammern im T. verteilt.
Der Bodengrund besteht aus Gartenerde, im Eiablageplatz ist Teicherde, diese hält sich besser feucht, und das kleine T. ist zusätzlich mit Stroh
und Heu (zum Fressen) aufgefüllt, hier schlafen die Tiere gern. Im großen Teil liegen 3 und im kleinen 1 Korkrinde zum verstecken und klettern.
Außerdem sind beide Terrarien zwischen den Neonlampen mit Glasscheiben abgedeckt. Die Lampen dürfen nicht mit Glas verschlossen sein, weil sonst die
UVB-Strahlen absorbiert werden. Zwischen den Glasscheiben sind Spalten, damit das T. genügend belüftet ist. Die Glasscheiben verhindern die Entweichung von
zuviel Wärme und hält die kalte Fallluft von den Fenstern von oben zurück.
Eine zusätzliche UV-Bestrahlung halte ich für unnötig, weil die Tiere im Sommer im Freigehege sind, was eigentlich selbstverständlich ist.
Morgens und abends wird das Terrarium mit einer Blumenspritze übersprüht. Morgens wird gefüttert.

Mein Freigehege
ist freibeweglich, dass heißt ich kann es vergrößern, verkleinern, teilen, und an jedem beliebigen Ort im Garten aufstellen. Das hat den Vorteil, dass die
Wiese nicht ruiniert wird und die Tiere immer Futter zum Abfressen haben, was für die Abnützung des Schnabels wichtig ist. Also bevor bei uns gemäht wird,
wird das Gehege umgesteckt.
Es besteht aus einem handelsüblichen Meerschweinchenzaun. Ein Element ist einen Meter lang und vierzig Zentimeter hoch. Ich habe insgesamt 35 Elemente. Der
Zaun wird 5 cm in die Erde gedrückt und die einzelnen Teile greifen ineinander und werden noch zusätzlich mit einem Häring gesichert. Mein Tiere haben noch
niemals versucht, das Gehege anzuheben oder darunter durchzukriechen. Allerdings bei Jungtieren habe ich gesehen, dass sie sich seitlich aufstellen und sich
durch die Stäbe drücken wollen.
Je nach Jahreszeit ist das Gras (trotz mähens) ziemlich hoch, im Juni z.B. 40 cm, dann wächst kaum noch was anderes, und somit ist es ganz gut, dass man das
Gehege versetzen kann., Im Juli und August ist es sehr heiß, und die Sonneneinstrahlung anders, und da kommt ein Haselnussbusch als Schattenspender gerade
recht.
In dem Gehege liegen drei sehr große Korkrinden, die aber nur als Unterschlupf genutzt, aber nicht überklettert werden. Eine Wasserschüssel und ein
Wasserspender runden die Ausstattung ab.
Meine Tiere sind im Freigehege
Soweit ist also alles gutgegangen, nun sollte also der Vermehrung nichts mehr im Wege stehen. Nach dem Winterschlaf, zu ihm komme ich später genauer, kommen
die Männchen in Paarungsstimmung. Sie verfolgen das Weibchen, überholen es, beißen es in die Vorderbeine, damit es stehen bleibt und diese einzieht. Dann
umrunden sie das Weibchen und steigen von hinten auf. War diese Anstrengung von Erfolg gekrönt, legt das Weibchen in ca. 4-6 Wochen die Eier.
Hierfür ist ein Winterschlaf sehr wichtig, denn die Tiere werden synchronisiert, d.h. gleichgeschaltet. Es wird verhindert, dass bei den Weibchen schon eine
Kalkschale sich um das Ei gebildet hat, und damit nicht mehr befruchtet werden kann, und die Männchen sind viel mehr paarungsaktiv und die Weibchen eher
paarungswillig.
Ihre Eier legen meine Weibchen im T .in den Eiablageplatz. (Manchmal legen sie mich auch herein, wie man auf dem Bild sieht, und legen im Freien) Es werden vorher ev. Probelöcher gegraben und der Boden bzw. die Erde wird gekostet. Jedes meiner Weibchen hat ihr eigenen Ritual, bis es die Eier legt. Z.,B. Raffaela legt sie still und unauffällig, Pia sucht ein bisschen herum und Lisa regt mich jedes mal auf. Sie braucht jedes mal 14 Tage, bis sie sich entschließt, die Eier zu legen.

Meine Weibchen legen zweimal im Jahr ab. Das erste Gelege hat bei allen immer 2 Eier, das zweite Gelege nur ein Ei.
Die Eier kommen dann in einen Brutapparat. Unter 31,5 Grad werden alles Männchen. Darüber werden es Weibchen und bei genau dieser Temperatur sollten die
Geschlechter ausgewogen sein
Die Zeitigungsdauer hängt von der Temperatur ab. Je wärmer desto kürzer soll es dauern. Diese Erfahrung habe ich nicht gemacht. Ich habe festgestellt, dass
bei einer Temperatur von 30 Grad die Zeitigungsdauer 53-56 Tage beträgt, alles waren Männchen, und bei 33 Grad dauerte es 66-67 Tage, alles waren Weibchen,
und ich hatte auch einige Ausfälle durch Absterben im Ei oder Deformierungen. Die Jungtiere schneiden die Eischale von innen auf, erweitern das so entstandene
Loch mit den Vorderbeinen, dann warten sie oft noch ein bis zwei Tage, bis sie es nochmals erweitern und dann schlüpfen. Manche Tiere haben dann noch einen
Dottersack, man wartet bis dieser aufgebraucht ist, bevor man die Tiere aus dem Brutapparat in ihr Terra umsetzt. Die Babys sind ca. 7-8g schwer und fast schon
3 cm lang. Die Babys sind noch ein bisschen eingerollt und strecken sich dann erst im Laufe der ersten Woche, denn die Babys sind "größer" als das
Ei.
Die Jungtiere sind leicht aufzuziehen, nach dem Schlupf kommen sie in ein gesondertes T. mit feuchter Erde und Moos, einer Wasserschale und einer
Versteckhöhle. Als Wärme und Helligkeitsquelle dient je nach Größe des T. eine 40-60 Watt starker Spotstrahler. Die erste Woche sind die Tiere nicht zu
sehen. Sie sind immer eingegraben und kommen nur zum Fressen. Über dem Futterplatz brennt täglich 15 Min. lang, eine 6 Watt-UV-Lampe von Osram. Bei schönen
Tagen sind sie mit ihrem Behälter, gut abgedeckt wegen Krähen und Katzen, im Garten. Gefüttert werden die Kleinen wie die Großen.
Einen Hungertag wie viele praktizieren, lege ich nicht ein. Ich habe festgestellt, dass die Tiere Auch bei gleicher Futtermenge für alle ganz unterschiedlich
wachsen, die einen schnell und andere langsam, und manche ganz gleichmäßig.
Außerdem kann man Futter, das sie nicht so lieben, an einzelnen Tagen geben, dann fressen sie auch nicht so viel.

Schlüpfendes Schildkrötenbaby

Schlüpflinge 1 Tag alt von oben

Schlüpflinge 1 Tag alt von unten mit volleingezogenem Dottersack

NZ 1998 bebrütet mit 33 Grad, man beachte die kleinste hat Panzeranomalien

NZ 1999
Viele Hermanni.Hermanni-Besitzer lassen ihre Tiere zu lange im Winterschlaf. Sie orientieren sich an der Griechischen Landschildkröte, die aus den östlichen
Gebieten kommen. Sehen wir uns die Temperaturen im Winter in Apulien an. In Apulien herrscht Mediterranes Klima, d.h. 5-6 Trockenmonate mit 30-40 Grad im Sommer
und milden Wintern. Monatsmittel im Januar ist 6-10 Grad plus. Frosttage gibt es 2-3 pro Jahr. Sollte mal Schnee fallen, bleibt er nicht liegen, und schneien
tut es nur bei Plusgraden.
Einheimische, die selbst Schildkröten halten, (und dies sind nicht wenige) (freilebende Schildis habe ich noch nie beobachten können, wahrscheinlich stehe ich
zu spät auf), haben mir bestätigt, dass sich die Tiere erst Anfang bis Mitte November vergraben und Anfang März wieder erscheinen. Auch Herr Frank hat im AG
Schildkrötenjournal v.d.DGHT Jahrgang 7 Heft 1 Feb. 98 S.- 11 diese Erfahrung veröffentlicht.
Um die Nikolauszeit beginne ich mit der Vorbereitung für den Winterschlaf. Das Füttern wird eingestellt, und die Temperatur wird dann von 30 Grad innerhalb
von ca. 14 Tagen auf Zimmertemperatur gesenkt. In dieser Zeit werden die Tiere mehrmals gebadet. In der Zwischenzeit werden die Überwinterungskisten
hergerichtet - für jedes Tier eine eigene. Die Kisten bestehen aus Plastik und werden mit gutangefeuchteten Holzspänen gefüllt und zugedeckt, bzw.
aufeinandergestellt.
Sind die Tiere dann träge genug, bade ich sie noch einmal, natürlich nicht mehr warm, sonst werden sie ja wieder munter, setze sie in die Kisten und decke sie
mit feuchtem Streu zu. Nun kommen sie ca. 3-4 Tage in unser Schlafzimmer, weil dort Temp um die 12-15 Grad herrschen. Sind die Schildkröten darauf eingestellt,
kommen sie in den Keller, um bei ca. 6-10 Grad zu überwintern. Die Temperatur und Feuchtigkeit wird wöchentlich kontrolliert. Jungtiere überwintere ich nur
vier Wochen, und die Vorbereitung wird auf eine Woche verkürzt.
Anfang März hole ich die Alttiere wieder aus dem Keller, sie kommen dann wieder ins Schlafzimmer bei 15 Grad, dann ins Wohnzimmer bei 20 Grad, und wenn sie
dann auf dem Streu oben sitzen, bade ich sie bei ebenfalls ca. 20 Grad kaltem Wasser, damit sich die Darmschleimhaut wieder befeuchtet und der Wasserhaushalt
wieder in Ordnung kommt, und setze sie anschließend ins Terra, dass dann erst nach und nach aufgeheizt wird. Jetzt beginne ich auch wieder mit der Fütterung.
Wenn die Schildkröten zu schnell warmen Temp ausgesetzt werden, entstehen schmerzhafte dunkle Blutflecken auf dem Panzer.
Und so kommen wir noch kurz zur Gesundheit unserer Panzertiere. Dass der Panzer durchblutet und schmerzempfindlich ist, ist wenig bekannt. Ich habe unter
anderem beobachtet, wenn die Tiere im Frühjahr das erste Mal im Freien sind, die Sonne schon stark scheint, dass sich die normal gelben Panzerschilde orangerot
verfärben können. Nach einiger Zeit verschwindet die Färbung wieder, ganz so wie bei uns Menschen, wenn wir einen Sonnenbrand haben.
Regelmäßig kontrolliere ich die Krallen und den Schnabel, ob sich diese auch ab nützen, die werden gegebenenfalls gekürzt.
Auf Verletzungen untersuche in meine Tiere immer, wenn ich sie aus dem Freigehege hereinnehme. Ich habe des öfteren gesehen, dass Krähen auf Schildkröten
einhacken, oder dass Katzen am Gehegerand sitzen und beobachten, Übergriffe der Katzen konnte ich noch nie sehen. Auch in unseren Breiten gibt es Fliegen, die
ihre Eier in offene Wunden ablegen. Die Maden sind dann äußerst schwer wieder zu entfernern.
Zweimal im Jahr untersuche ich den Kot und Urin auf Würmer und Flagelaten. Das erste Mal vor dem Winterschlaf (aber zeitig genug um ev. eine Behandlung
durchzuführen) und das zweite Mal nach dem Winterschlaf. Werde ich fündig, wende ich mich an die Reptiliensprechstunde des Institutes für Zoologie,
Fischereibiologie und Fischkrankheiten in München, (80539, Kaulbachstr. 37 089/21802283) bringe frischen Kot mit und lasse mir dann das Medikament mitgeben.
Ich denke, wenn man seine Schildkröten beobachtet (und dafür hat man sie doch) und bedenkt, wie die Heimat der Tiere aussieht, kann man durchaus in der Lage
sein, ihnen ein Stück Heimat bei uns zu bieten.
