Re: Bilder von Dipsochelys Dussumieri (Gray,1831)


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von AnnemarieW geschrieben am 02. Januar 2003, 08:17:

Als Kommentar zu: Re: Bilder von Dipsochelys Dussumieri (Gray,1831) von Hilde vom 31. Dezember 2002, 18:00

Hallo Hilde,
vielen Dank für deinen interessanten "Fortsetzungsroman"! Jetzt warte ich schon auf das nächste Kapitel ;-)
Die "wandernden Riesenschildkröten" sind ein schönes Beispiel für das langsame Entstehen von Unterschieden in einer ehemals homogenen Population, in der sich eine Trennung durch unterschiedliche Lebensweisen vollzieht. Ich denke, dass das Wandern eine ganz allmählich, mit dem Zurückweichen der Vegetation entstandene Gewohnheit ist.
Wenn man aber bedenkt, wie endlos weit die Entwicklungsgeschichte der Schildkröten in die Vergangenheit zurückreicht, ist dieses Wandern eher eine in allerneuester Zeit entstandene Mode!

Könnte es auch sein, dass sehr große Schildkröten hitzeresistenter sind als die kleineren, weil es länger braucht, bis diese große Masse aufgeheizt ist? Vermutlich ist es in sehr heißen Gegenden vorteilhaft entweder sehr klein zu sein, so dass jede Ritze genutzt werden kann, oder sehr groß, damit der Sonnenuntergang schneller als der Hitztetod kommt. Dumm nur, dass auch die größte Schildkröte klein anfangen muss.
Uns, in den gemäßigt trüben Breiten lebend, erscheint es schwer vorstellbar, dass für eine wärmeliebende Schildkröte vermutlich schon immer die größere (Lebens-)gefahr in der Überhitzung lag, als im Kältetod.

Fest einprogrammierte Vorsichtsmaßnahmen beobachte ich auch bei meinen horsfieldiis, die im Hochsommer kurze Strecken, die durch die Sonne führen, rasch durcheilen um am nächsten Schattenplätzchen sofort wieder eine Rast einzulegen. Dieses Verhalten wird auch eher durch den Sonnenstand als durch die absolute Hitze ausgelöst und wirkt wie vorausschauende Planung.
Trotzdem toll, was diese Riesenschildkröten vollbringen, denn es ist ihnen ja offensichtlich gelungen, sich durch das Wandern an sich verändernde Umweltbedingungen in vergleichsweise kurzer Zeit anzupassen und ihr Verhalten daraufhin auszurichten - eine für Schildkröten doch erstaunliche Flexibilität!

Allen Mitlesenden wünsche ich einen guten Beginn des Neuen Jahres 2003!

Grüße

Annemarie




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